Cloud and Clown (Blue), 2000-2001
Roni Horn (*1955)
Erworben 2011

Tide Drawing: Hamburg (bud), 2013
Jill Baroff
Erworben 2014

Schmuckobjekt mit Tieren im Relief, Indien, Moghul-Dynastie, 17. Jahrhundert
Erworben 2013

Untitled, No. 14 (aus der Serie Bird), 1998/2007
Roni Horn (*1955)
Erworben 2011

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Digital Glitch Dress, 2017
Iris van Herpen (*1984)
Erworben 2017

Neuerwerbungen


Auch 2016, im 60. Jahr ihres Bestehens, hat die Stiftung die Hamburger Kunsthalle und das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg mit dem Ankauf von hochkarätigen Neuerwerbungen unterstützt:

HAMBURGER KUNSTHALLE
 
Dorothea Maetzel-Johannsen: Zwei Akte mit Mondsichel (1919)

Das Gemälde Zwei Akte mit Mondsichel (1919) stellt nicht nur ein herausragendes Werk innerhalb des OEuvres von Dorothea Maetzel-Johannsen (1886-1930) dar, esfügt sich besonders gut in die Sammlung Klassische Moderne der Hamburger Kunsthalle ein und bereichert entscheidend den Bestand an Werken der Hamburgischen Sezession . Das Gemälde kann als singuläre Leistung von Maetzel-Johannsen gelten und beindruckt in seiner kräftigen Farbgebung. In wenigen anderen Kompositionen hat die Künstlerin das von ihr favorisierte Motiv des weiblichen Aktes so eindrucksvoll inszeniert: Die beiden Frauen stützen sich schreitend und sind umfangen von einer auf sie antwortenden Natur, bei nächtlich-blauem Himmel und leuchtendem Mond. Dorothea Maetzel-Johannsen war Mitbegründerin der Hamburgischen Sezession und entwickelte, inspiriert vom Kubismus, von afrikanischer Skulptur und der Künstlergemeinschaft Brücke zwischen 1919 und 1921 eine eigene expressive Bildsprache.
 

 
Dorothea Maetzel-Johannsen (1886-1930), Zwei Akte mit Mondsichel , 1919, Öl auf Leinwand, 128,5 x 76,5 cm, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen

Jose Dávila: Legacy is seldom stable und The riddles have been unriddled (2017)

Im Ausstellungsformat Neuland zeigt die Hamburger Kunsthalle mit Unterstützung der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen bereits zum zweiten Mal eine internationale Position, die sich in ihrem Werk mit globalen Veränderungsprozessen, mit Fragen von Identität und Verortung beschäftigt. Für den gleichnamigen Projektraum Neuland werden dafür im jährlich wechselnden Rhythmus neue Werke konzipiert. Der mexikanische Künstler Jose Dávila (*1974, Guadalajara) hat sieben gleichermaßen fragile wie imposante raumgreifende Skulpturen entworfen, die mit physikalischen Kräften, Balance und Masse spielen. Gleichzeitig interagieren sie spannungsvoll mit der Architektur für die Galerie der Gegenwart. In The riddles have been unriddled (2017) kombiniert Dávila Spiegel, Flusssteine und einen großen Findling mit farbintensiven Spanngurten zu einer Skulptur, die nur in der zusammenhängenden Ganzheit stabil ist. In Legacy is seldom stable (2017) treffen gegensätzliche Materialien und Formkombinationen wie Sandsteinquader und Findlinge aufeinander. Jose Dávila ist der erste Preisträger des neuen internationalen Baltic Artist Award (2017). Vor Dávila gestaltete Haegue Yang (*1971) den Auftakt von Neuland.
 


Jose Dávila (*1974), The riddles have been unriddled , 2017, Ausstellungsansicht Hamburger Kunsthalle, Spionspiegel, 3 Flusssteine, Findling und Spanngurte, Maße variabel, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen. © Courtesy of the artist, Foto: Kay Riechers

Eugène Delacroix: Gretchens Schatten erscheint Faust  (um 1826/27)
Eugène Delacroix (1798-1863) zählt zu den größten Koloristen des 19. Jahrhunderts und ist der wichtigste Künstler der französischen Romantik. Delacroixs Illustrationen zu Johann Wolfgang von Goethes Faust gehören zu dessen bedeutendsten Interpretationen im Bereich der bildenden Kunst. Insgesamt 17 Szenen illustrierte der Künstler zwischen 1825 und 1827 in Einzelstudien und Pinselzeichnungen. Bei der vorliegenden Zeichnung Gretchens Schatten erscheint Faust handelt es sich um eine Studie zur Lithographie dieser Komposition aus dem Jahr 1827. Die Lithographien zum Faust befinden sich als gebundene Ausgabe in der Bibliothek der Hamburger Kunsthalle. Aus diesem Grund ist die Zeichnung eine ideale Ergänzung der Sammlung der franzö-sischen Zeichnungen des Kupferstichkabinetts und illustriert zugleich eine wunderbare Verschränkung deutscher und französischer Literatur-, Kunst- und Kulturgeschichte. Zudem spiegelt das Blatt Delacroixs Vermögen, die psychologischen Dimensionen von Goethes Erzählung künstlerisch umzusetzen, was die unvergleichliche Qualität seiner Illustrationen ausmacht – wie auch der Schriftsteller selbst anerkennend bemerkte.



Eugène Delacroix (1798-1863), Gretchens Schatten erscheint Faust , um 1826/27, Bleistift, Schwarze Kreide, 242 x 322 mm, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen

Clemens von Wedemeyer: ESIOD 2015 (2016)
Die Werke des Film- und Videokünstlers Clemens von Wedemeyer (*1974) bewegen sich zwischen Dokumentation und Spielfilm, Realität und Fiktion. In diesem Zwischenbereich spürt von Wedemeyer der Komplexität von Orten innerhalb ihrer zeitlichen und räumlichen Systeme nach. Die Vielschichtigkeit spiegelt sich in den Installationen und Fotografien, welche die filmischen Arbeiten begleiten, ergänzen und erweitern. 2016/17 zeigte die Hamburger Kunsthalle unter dem Titel Clemens von Wedemeyer. Orte unter Einfluss die erste Einzelausstellung des Künstlers in einem deutschen Museum. Dort wurden neben ESIOD 2015 (2016) sowohl Wedemeyers Documenta-Beitrag Muster (2012), als auch sein eigens für die Hamburger Ausstellung konzipierter Film Square (2016) gezeigt. Im Science-Fiction-Film ESIOD 2015 wird die Zukunft von Banken als allmächtiger Datenspeicher von Erinnerungen und Beziehungen inszeniert und damit auf zeitgenössische soziale Netzwerke und ihr ökonomisches Potenzial verwiesen.



Clemens von Wedemeyer (*1974), ESIOD 2015 , 2016, HD Video, Farbe, Ton, Ed. 2/3 und 1 A.E., 38 Min., Videostill , Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen. Courtesy Galerie Jocelyn Wolff, Paris, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Prinz Gholam: My Sweet Country (Olympieion) (2017)
Das performativ ausgerichtete Werk des deutsch/libanesischen Künstlerduos Prinz Gholam (Wolfgang Prinz, *1969 und Michel Gholam, *1963) verschränkt in seinem Videofilm My Sweet Country (Olympieion) (2017) die beiden Documenta Ausstellungsorte Athen und Kassel miteinander und nimmt Bezug auf Gegenwart und Vergangenheit, Kunstgeschichte und Geschichte. Ähnlich den Tableaux Vivants stellen sie durch Gesten und Formationen in lang angehaltenen Posen verschiedene Szenen und Bilder aus der Kunstgeschichte nach. Mit dieser körperlichen Gestensprache ohne Worte verdeutlichen sie überlieferte Gebärden und Beziehungen und hinterfragen damit, durch die Aneignung dieser Gesten als Zitat, die eigene Identität. In My Sweet Country (Olympieion) stellt Prinz Gholam das Historiengemälde Einzug der Kreuzfahrer in Konstantinopel am 24. April 1204 von Eugène Delacroix aus dem Jahr 1804 nach. Dem Film liegen die Live Performances der Künstler in Olympieion zu Grunde, in dem Prinz Gholam fast alle Personen des figurenreichen Bildes nachstellen.



Prinz Gholam (Wolfgang Prinz, *1969 und Michel Gholam, *1963), My Sweet Country (Olympieion) , 2017, HD Video, Ton, Ed. 1/3 und 2 A.E., 35 Min., 35‘, Videostill, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen. Courtesy Galerie Jocelyn Wolff, Paris, © Prinz Gholam


MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE

Mode: Iris van Herpen: Digital Glitch Dress (2017)
Iris van Herpen (*1984) ist seit ihrem Debüt auf der Amsterdamer Fashion Week 2007 Star der Modeavantgarde. Die Kollektion “Between the Lines” entstand gemeinsam mit dem Kanadier Philip Beesley, der als Vertreter der hylozoischen/organizistischen Kunst und Architektur bekannt ist. Das Thema der Kollektion Between the Lines bezieht sich vordergründig auf optische Phänomene. Die Betonung der Freistellen, des Nicht-Vorhandenen, erzeugt visuelle Effekte, die sich durch die Bewegung des Kleides oder auch des Betrachters verschieben und verändern, so dass das Kleid ein Eigenleben entwickelt. Die entstandene Unschärfe des zweischichtigen Gewandes wird scheinbar auf den darunterliegenden Körper übertragen. Die international ausgezeichnete Niederländerin benutzt dafür den Begriff “Glitch” für “kurzfristige digitale Störung” und verweist damit auf das Spannungsverhältnis zwischen Realität und Digitalität und zwischen Wahrnehmung und Einordnung.
 
         

Iris van Herpen: Digital Glitch Dress, Amsterdam 2017; Kollektion: Between the Lines – Haute Couture, Kollaboration mit Philip Beesley; Amsterdam 2017, Seide und Mylar, Lasercut; Unikat, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen © Team Peter Stiger | Courtesy of IvH

Mode: Jean Paul Gaultier, Haute Couture

Korsett und Matrosenlook, Punkfetzen und Glitzerrobe, Travestie und Varieté werden mit Jean Paul Gaultier (*1952) assoziiert, traditionelle französische Haute Couture eherweniger. Und doch ist das 1976 gegründete Pariser Modehaus seit 1997 ordentliches Mitglied der Chambre Syndicale de la Haute Couture und realisiert seine Entwürfe
ausschließlich in den eigenen Pariser Ateliers. Gleichwohl bleibt Jean Paul Gaultier unter den Pariser Couturiers eine Ausnahmeerscheinung. Für die Mode-Sammlung des MKG erwirbt die Stiftung ein Haute-Couture-Modell zu einem zentralen Thema des Modedesigners: Boudoir. Das fast durchsichtige Abendkleid verweist sowohl auf das Negligee als auch auf Korsett und Reifrock des Rokokokleides. Gaultier ist berühmt für seinen expliziten Umgang mit dem Korsett, einem Inbegriff von Weiblichkeit, das sich in abgewandelter Form in vielen seiner Kollektionen wiederfindet.



Jean Paul Gaultier, Haute Couture, Frühjahr/Sommer 2009, Look 39, Paris, 2009

Fotografie: Andrzej Steinbach, 5 Prints aus der Serie Figur I, Figur II ( 2013/2014)
Andrzej Steinbachs (geb. 1983) dekonstruiert in seiner Serie Figur I, Figur II soziokulturelle Einschreibungen anhand von anonymen Figuren, die verschiedene Codesder Jugendkultur vorführen. In unterschiedlichen Haltungen vor gleichem Hintergrundzeigt eine Person wechselnde Kleidung und Posen. Was zunächst an eine Modestrecke erinnert, entlarvt bei näherer Betrachtung Brüche und Widersprüche in den Posen und Kleidercodes. Steinbach bezieht sich damit auf die Tradition des fotografischen Portraits, die sich bewegt zwischen der Idee, die Identität einer Person mit einer Fotografie beschreiben zu können, und der Vorstellung von dem Porträt als Projektionsfläche für den Betrachter. Damit knüpft der mehrfach ausgezeichnete Fotograf an historischePositionen wie August Sander und Helmar Lerski an, die mit zahlreichen Werken in der Sammlung Fotografie des Museums für Kunst und Gewerbe vertreten sind.



Andrzej Steinbach (geb. 1983), 5 Prints aus der Serie von 184 Arbeiten Figur I, Figur II, 2013/2014, Auflage von 5 + 2 AP, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen © Andrzej Steinbach

Fotografie: Claudia Angelmaier, Susanna im Bade (2009)

Susanna im Bade von Claudia Angelmaier (geb. 1972) zeigt die Rückseite einer Kunstpostkarte des gleichnamigen 1904 entstandenen Gemäldes von Franz von Stuck. Die Vorderseite wird dem Betrachter vorenthalten, schimmert aber leicht durch. Das Motiv stammt aus der Serie Works on Paper , die Rückenansichten von Frauenakten von Ingres bis Man Ray in einer reproduzierten Postkartenkollektion als musée imaginaire versam-melt. Indem sie die Parameter der Reproduktion wie Größe und Beschriftung und das Medium selbst vorführt, zeigt Angelmaier, dass die Kunstreproduktion nie „nur“ den Gegenstand abbildet. Galten Abbildungen von Kunstwerken lange ausschließlich als Hilfsmittel für Wissenschaftler, behandelt man diese Fotografien heute als Objekte. Angelmeier untersucht die profane Postkartensammlung des Kunstliebhabers, die dem Ausverkauf des auratisierten Kunstwerks gleich kommt.



Claudia Angelmaier (geb. 1972), Susanna im Bade, 2009, Farbfotografie, gerahmt, Diasec, 174 x 131 cm, Edition 5 + 2AP, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen © Claudia Angelmaier

Fotografie: Jochen Lempert, Peter Piller und Laura Padgett
Der Blick für Details verbindet die drei Fotografen, deren Arbeiten den zeitgenössischen Schwerpunkt der Sammlung Fotografie im MKG ergänzen. Jochen Lempert (*1958) erkundet in seinen Aufnahmen die Verbindung zwischen Fotografie und Biologie. Scheinbar beiläufig wie die Bilder wirken auch seine Motive: Lebewesen wie Schnecken, Blattläuse oder Vögel. Peter Piller (*1968) versammelt in der vom MKG erstmals gezeigten Serie behind time (2017)
Augenblicke, die in der professionellen Tierfotografie als verfehlt gelten würden. Gemeinsam entwickelten die beiden Künstler die Ausstellung „Vögel“ mit Aufnahmen aus der Sammlung des MKG und eigenen Arbeiten, von denen eine Auswahl erworben wird. Die Künstlerin und Kunsthistorikerin Laura Padgett (*1958) konfrontiert den Betrachter in ihrer Arbeit V&A Porcelain mit Porzellanfigurinen aus dem Victoria and Albert Museum in London. Padgett interessiert sich für das Fragment, Details der Figuren, enge Ausschnitte. So „übersetzt“ sie die Bildsprache einer Kunstgattung des 18./19. Jahrhunderts für die Interpretation des zeitgenössischen Betrachters.



Peter Piller (*1968), Habicht, aus der Serie behind time , 2017, C-Print, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, © Peter Piller / VG Bild-Kunst, Bonn 2017
 
Design: Stuart Haygarth, Kronleuchter Tide (2018)
Der Brite Stuart Haygarth (*1966) kreiert Objekte an der Grenze zwischen Kunst und Design: Skulpturen, die funktional sind – Leuchten, aber auch Sideboards oder Tische. Zentral für Haygarths Kunst ist die Aufwertung alltäglicher oder weggeworfener Objekte. Seine Designs und Installationen integrieren Treibgut und scheinbar Verbrauchtes – Müll und Unrat. Aus dem ungeordneten Abfall formt Haygarth in einem langwierigen Arbeitsprozess Ordnung und Schönheit. Das Sammeln, Kategorisieren und feinfühlige Arrangieren der Objekte zu einem großen Ganzen steigert den Wert des scheinbar nutzlosen Materials und gibt ihm eine neue Bedeutung. Haygarths Kronleuchter ist eine Auftragsarbeit für das Foyer des MKG. Mit einem Durchmesser von 200 cm soll die Leuchte an einem zentralen Ort auf den nachhaltigen und kreativen Umgang mit Ressourcen verweisen, den das MKG als wichtigen Aspekt der angewandten Künste immer wieder in verschiedenen Ausstellungen thematisiert.



Stuart Haygarth, Kronleuchter, Auftragsarbeit (2018), 200 cm, verschiedene Treibgut-Objekte, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger ∅ Kunstsammlungen, Visualisierung: Stuart Haygart


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Unter der Rubrik „Bestand“ finden Sie auch alle Ankäufe über die letzten Jahrzehnte in der Reihenfolge des jeweiligen Anschaffungsjahres.
 
 
 
 
 



Italienische Flusslandschaft, 1776
Jakob-Philipp Hackert (1737-1807)
Erworben 2012