Cloud and Clown (Blue), 2000-2001
Roni Horn (*1955)
Erworben 2011

Tide Drawing: Hamburg (bud), 2013
Jill Baroff
Erworben 2014

Schmuckobjekt mit Tieren im Relief, Indien, Moghul-Dynastie, 17. Jahrhundert
Erworben 2013

Untitled, No. 14 (aus der Serie Bird), 1998/2007
Roni Horn (*1955)
Erworben 2011

Einloggen

Italienische Flusslandschaft, 1776
Jakob-Philipp Hackert (1737-1807)
Erworben 2012

Neuerwerbungen


Auch 2016, im 60. Jahr ihres Bestehens, hat die Stiftung die Hamburger Kunsthalle und das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg mit dem Ankauf von hochkarätigen Neuerwerbungen unterstützt:

HAMBURGER KUNSTHALLE
 
Lovis Corinth (1858–1925):Porträt Albert Kaumann, 1910, Öl auf Leinwand, 118,5 x 89 cm
Breitbeinig und selbstbewusst sitzt der gutgekleidete Herr vor einer neutralen Wand; sein beruflicher Erfolg und die gesellschaftliche Stellung sind offenkundig. Seine Körperhaltung ist aber auch zugewandt, der Blick offen und der Mund bereit für ein angeregtes Gespräch mit dem Gegenüber.
 
 
Im Jahr 1910, als dieses Porträt des Hamburger Kaufmanns Albert Kaumann entstand, befand sich der Maler Lovis Corinth auf einem Höhepunkt seiner Karriere. Nach einer Ausbildung und ersten Auftritten in der Kunstmetropole München war er 1901 nach Berlin gekommen. Dort hatte er eine erfolgreiche Malschule für Frauen eröffnet, mit seiner Schülerin Charlotte Berend eine Familie gegründet und Bücher über seine Kunst veröffentlicht. Im Vorstand der Berliner Secession agierte er nun für eine bedeutende Künstlervereinigung, und als deren Mitglied sorgte er mit seinen Werken regelmäßig für Aufsehen. Auch Hamburg war auf Corinth aufmerksam geworden: Dank Aufträgen des Direktors Alfred Lichtwark fand Corinths Werk ab dem Herbst 1910 Eingang in die Hamburger Kunsthalle. Bereits 1903 hatte der Kaufmann und Kunstsammler Henry B. Simms sein erstes Gemälde des Malers erworben; sieben Jahre später besaß er schon 14 Werke von ihm. Simms vermittelte auch zahlreiche Porträtaufträge, und so stellte Corinth in den Jahren 1910 und 1911 nicht nur Simms selbst in einem Bildnis dar, sondern auch den kunstsinnigen Schwager Albert Kaumann und dessen Frau Else. Während er Else Kaumann auf einer Gartenbank, im lebendigen Spiel von Farbe, Licht und Schatten zeigte, schilderte er ihren Mann im kühlen Interieur und in klassischer Sitzpose. Kaumann, der alte Streichinstrumente sammelte und die expressionistische Künstlergemeinschaft »Brücke« unterstützte, wird sich nicht nur ein repräsentatives Bild gewünscht haben. Es sollte auch auf seinen lebendigen Einsatz für Kunst und Kultur verweisen. Dass Lovis Corinth mit seiner Auffassung der Figur und einer freien offenen Malweise diesen Vorstellungen gerecht wurde, zeigt eine Rezension der im Hamburger Kunstverein 1913 realisierten Ausstellung »Bildnisse aus Hamburger Privatbesitz«, in der auch Kaumanns Gemälde präsentiert wurde. Darin heißt es: »Die früher übliche und beliebte Art der glatten, polierten und süßlichen Bildnismalerei ist hier einer lebendigen realistischen Darstellungskunst gewichen. Urwüchsig und kraftvoll geben die modernen Bildnisse den Menschen so wie er ist, ohne gefällige Pose, ohne gekünsteltes Mienenspiel. Ein Musterbeispiel ist das glänzende Herrenbildnis von Corinth. Hier ist nichts von selbstgefälliger Pose zu verspüren, alles atmet prachtvolles Leben, und wir haben das Gefühl, den Dargestellten leibhaftig vor uns zu sehen.« (Die Hamburger Woche, 15. Mai 1913). Seit 1995 als Leihgabe der Hamburger Kunsthalle anvertraut, wurde das Gemälde nun von Evelyn und Götz Kiso der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen geschenkt. Dauerhaft verstärkt es jetzt das umfangreiche, aus Erwerbungen und Stiftungen bestehende Konvolut an Gemälden Corinths in der Kunsthalle. Gemeinsam mit Werken aus der ehemaligen Sammlung Simms und anderen Privatsammlungen erinnert das Bild auch an die lebendige Tradition bürgerschaftlichen Engagements für die Kunst in Hamburg. (Karin Schick)

Jörg Immendorff: Otto, André, Giorgio, Constantin, 2002-2004

Für den neu gestalteten Eingangsbereich der Hamburger Kunsthalle erwarb die Stiftung vier Bronzeskulpturen aus der Werkreihe Malerstamm (2002-2004) von Jörg Immendorff (1945-2007) und stellte sie im oberen Bereich des Prunktreppenhauses auf den vier Ecksockeln auf. Die Affen Otto, André, Giorgio und Constantin – benannt nach bekannten Künstlern – begrüßen die Besucher der Kunsthalle und stimmen sie mit ihren humorvollen und animierenden Tätigkeiten auf die Sammlungen des Hauses ein. Sie brechen auf spielerische Weise mit dem Repräsentationszweck historischer Treppenhäuser und spannen den Bogen vom Historismus, dem vorherrschenden Stil im Treppenaufgang, zur Gegenwart.
 
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Jose Dávila: Ortsspezifische Installation für die Ausstellungsfläche Neuland in der Galerie der Gegenwart
Mit der Wiedereröffnung der Hamburger Kunsthalle im April 2016 ist für das ehemalige Foyer der Galerie der Gegenwart mit Neuland ein neues Ausstellungsformat entwickelt worden, das im jährlichen Rhythmus internationale Künstler zeigt. Auf die Präsentation Haegue Yangs wird der mexikanische Künstler Jose Dávila (*1974) folgen, der eine weitere Perspektive zu dem in dem Ausstellungsformat behandelten Thema der globalen Veränderungen einnehmen wird. Sein Name steht für fragile und imposante, raumgreifende Installationen, in denen er auf Werke der europäischen und nordamerikanischenKunstgeschichte zurückgreift. Die Stiftung wird eines oder mehrere Objekte erwerben und die Hamburger Kunsthalle bei der Gestaltung des Foyers unterstützen.
 
 
Haegue Yang: Ortsspezifische Installation für das ehemalige Foyer der Galerie der Gegenwart
Dank der Förderung der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen erhalten große Teile des Erdgeschosses der Galerie der Gegenwart eine völlig neue Gestaltung und Funktion. Der ehemalige Eingangsbereich mit über 400 Quadratmetern wird in Zukunft ganz der Präsentation zeitgenössischer Kunst gewidmet sein. Im jährlichen Rhythmus werden international renommierte Künstlerinnen und Künstler eingeladen, für das Ausstellungsformat mit dem Titel Neuland eine ortsspezifische Arbeit zu entwickeln. Die koreanische, in Deutschland lebende, Künstlerin Haegue Yang (*1971, Seoul) wird ab April 2016 erstmalig dieses Konzept umsetzen.


MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE

Georg Müllner: Trinkschiff auf Rädern, Nürnberg  1645/1651
Die Renaissance-Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg wird durch Georg Müllners (1624/25-1647/59) Trinkschiff auf Rädern von 1645/51, einem Meisterwerk deutscher Goldschmiedekunst, erweitert. Das Scherzgefäß diente der Erheiterung von Tischgesellschaften: Das Schiff fuhr über eine Tafel, bis es vor einer Person hielt, die den Wein trinken sollte. Der Trinkende sah sich einer Besatzung gegenüber, die im Begriff war, sich gegen den vermeintlichen Angriff zur Wehr zu setzen. Das Schiff ist eine wertvolle Bereicherung der Sammlung. In der Reihe der Kuriositäten des 2012 als Kunstkammer eingerichteten Ausstellungsraumes ist es ein Paradebeispiel für die Themenbereiche Repräsentation, Tischkultur, Handel, Seefahrt als Wissenschaft und kultureller Austausch.
 
        

Gerrit Rietveld: Hoge-Stoel, Entwurf 1919, Ausführung 1940-1950
Der Hoge-Stoel, den der Niederländer Gerrit Rietveld (1888-1964) – einer der bedeutendsten Designer und Architekten der Moderne und Mitglied der Gruppe De Stijl – 1919 entwarf, erweitert die umfangreiche von der Stiftung für das Museums für Kunst und Gewerbe  Hamburg erworbene Sammlung von Stühlen. Er gehört zu den frühen Experimenten Rietvelds, Möbel auf ihre einfachsten geometrischen Formen zurückzuführen. Nach dem
Ersten Weltkrieg bildet er damit einen wichtigen Impuls für die Entwicklung leichter und transparenter Möbel für die „neue“ Gesellschaft. Die Grundsätze seiner Formenlehre, die im Hoge-Stoel bereits Ausdruck finden, sollte Rietveld später auch auf seine Architektur übertragen. Mit seinem Erwerb schließt das Museum eine wichtige Lücke in der Sammlung der Klassischen Moderne.
 
 
 
Anwerbungen zum Ausbau der Modesammlung
Zur Förderung des weiteren Ausbaus der Modesammlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg wurden von der Stiftung diverser Objekte erworben, beispielhaft ein Kleid mit dem Titel Rote Vase der Modeschöpferin Marina Hoermanseder (*1986). Es weist die spezifischen Markenzeichen der österreichischen Designerin auf: Enge Lederkorsetts, kombiniert mit fließenden Stoffen. Die Röcke von Hoermanseders Designs sind vasen- oder kuppelförmig ausgestellt, welche die Trägerinnen zu skulpturalen Wesen werden lassen.
 
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Weitere Erwerbungen
Für ein Museum, welches in der angewandten Kunst ständigen Anschluss zur nationalen und internationalen Spitze halten  will, sind laufende Erwerbungen von herausragender Graphik und Designobjekten essentiell. Beispielhaft für die laufende Förderung des Museums durch die Stiftung  seien zwei russische Filmplakate genannt:  Alexander Naumovs (1899-1928) Filmplakat zu Bella Donna und Nicolai Prusakows (1900-1952) Plakat für den Film Glush Powolshskaja (Die ruhigen Wasser der Wolga). Zur Zeit des frühen Stalinismus gab es noch keine künstlerischen Auflagen. Dies führte zu experimentellen Kompositionen, die die Montagetechnik des Kinos wiederspiegeln. Mit der Erwerbung dieser seltenen Plakate durch die Stiftung baut das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg seine weltweit führende Sammlung von russischen Filmplakaten weiter aus.
 
       
 
                      

Sämtliche aktuellen Neuerwerbungen mit Abbildungen finden Sie hier...
Unter der Rubrik „Bestand“ finden Sie auch alle Ankäufe über die letzten Jahrzehnte in der Reihenfolge des jeweiligen Anschaffungsjahres.
 
 
 
 
 



Selbstbildnis, 1936
Max Beckmann
Erworben 1958